Hotelgäste, die sich nicht beschweren, zählen auch nix
Guten Tag,
Lassen Sie mich mein Schreiben mit einem Zitat Ihrer Internetseite beginnen:
Das xxx, xxx xxx ist ein 4-Sterne-Hotel mit 255 vollklimatisierten Zimmern, Gratis HSIA Parkmöglichkeiten, Restaurant, Lounge-Bar, Terrasse, Fitnessraum mit Sauna, WLAN.
Damit haben Sie Ihr Hause leider nicht vollumfänglich beschrieben, aber lassen Sie mich das gerne für Sie nachholen:
1. Seien Sie sich sicher, dass sie als yyy-Platin Mitglied im xxx, xxx xxx keinerlei VIP-Vorteile genießen.
Meine Wenigkeit zum Beispiel ist seit mehreren Monaten(!) Platin Mitglied. Ein Club-Status, den ich durch die Treue zu o. g. Hotel erlangt habe. Interessanterweise (trotz ausdrücklichem Wunsch) wurde mir in der gesamten Zeit kein Upgrade auf eine höhere Zimmerkategorie gewährt. Fürwahr, ein Wunsch, der sich bei leerem Executive Floor gar schwerlich erfüllen lässt.
2. Genießen Sie ein Zimmer, das die grauenhaft-möglichste Lage besitzt.
In den nahezu acht Monaten die ich in Ihrem Hause verbracht habe, hat man es mehrfach vollbracht, mich in dem gefühlt schlechtestem Zimmer des gesamten Hauses unterzubringen. Ein paar Erfahrungen in dieser Zeit:
• Die Tröpfeldusche – das Wort beschreibt auch schon die Situation
• Das Niagara-Zimmer – mitten des Nächtens wacht man auf, weil man träumte, der Niagara-Fall verlaufe durch das Hotelzimmer; der Traum trug nur halb, ein Abwasserrohr verursachte tatsächlich eine ähnliche Geräuschkulisse
• Vorläufiger Höhepunkt: Das Baustellenzimmer; in unangenehmer Lage direkt neben einem Maintenance-Raum, bei dem man sich entschloß, um sieben Uhr Morgens den Estrich abzutragen (vom Klang her zu vergleichen mit einer Mischung aus Flughafeneinflugschneise und Zahnarztpraxis)
Nach mehreren Aufenthalten habe ich zusammen mit dem Frontdesk-Personal eine einigermaßen erträgliche Ausschlußliste erarbeitet.
3. Bestellen Sie auf das Zimmer was Sie was Sie wollen – wir liefern Ihnen ein Überraschungspaket!
• Das mag zugegebenermaßen mit der Telefonanlage von anno Dazumal zusammenhängen, dass
o Statt „Drei Spiegeleier mit Pommes Frittes und Salat“ (gesprochen, das möge ich Ihnen versichern, in akzentfreiem Hochdeutsch) ein Omelette erscheint
o Die Aussage „Bitte den Ketchup nicht vergessen!“ führt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zum Gegenteil führt – nämlich kein Ketchup
o Das der in der Karte erwähnte Salat als eigentlich überflüssig betrachtet wird und somit die freundliche Servicekraft ein wenig mehr Bewegung erhält
4. Wir sparen Kosten – und das merken Sie auch!
• Nachhaltiges Wirtschaften ist nicht erst seit Kopenhagen in aller Munde. Allerdings finde ich, dass die Nachhaltigkeit dort endet, wo am Frühstücksbuffet ein halbleeres Butterschächtelchen mit Haaren feilgeboten wird. Vielleicht mache ich mir ein Zukunft ein Scherz daraus, die Hälfte der o. g. Überraschungsspeisen etwas aufgebessert zurückgehen zu lassen. Das sollte ein Heidenspaß am Frühstückstisch werden!
5. Wir brauchen Ihre Kreditkarte nicht – wir berechnen, was wir wollen!
Ein sehr interessanter Service ist, dass, nachdem eine nicht gerechtfertigte Abbuchung stattgefunden hat, im Nachhinein noch einmal eine „Korrekturbuchung“ durchgeführt wird, auf der der schon als Inkorrekt anerkannte Betrag noch einmal belastet wird. Versuchen kann man es ja immer mal! Dieser Fall konnte mit den Hobby-Graphologen vom Frontdesk und dem mehrere Wochen alten Originalbeleg (sicherlich haben Sie andauernd Stammgäste, die Ihrem Haus ein Abendessen veruntreuen möchten, also liegt der Verdacht auch bei mir nahe) geklärt werden.
Im Moment liegen für meine Person Reservierungen bis Ende Juni 2010 vor. Über ein Feedback Ihrerseits, ob Sie die Beschreibung auf der Homepage an die Wirklichkeit anpassen – oder, noch besser, die nicht ausgeräumten Punkte adressieren, würde mich sehr freuen.
Hochachtungsvoll,
Eher Mann
P.S.: Im Jahre 2009 anno Domini keine E-Mail Adresse für den Kundenkontakt zu haben spricht für ein fortschrittliches Unternehmen.
Lassen Sie mich mein Schreiben mit einem Zitat Ihrer Internetseite beginnen:
Das xxx, xxx xxx ist ein 4-Sterne-Hotel mit 255 vollklimatisierten Zimmern, Gratis HSIA Parkmöglichkeiten, Restaurant, Lounge-Bar, Terrasse, Fitnessraum mit Sauna, WLAN.
Damit haben Sie Ihr Hause leider nicht vollumfänglich beschrieben, aber lassen Sie mich das gerne für Sie nachholen:
1. Seien Sie sich sicher, dass sie als yyy-Platin Mitglied im xxx, xxx xxx keinerlei VIP-Vorteile genießen.
Meine Wenigkeit zum Beispiel ist seit mehreren Monaten(!) Platin Mitglied. Ein Club-Status, den ich durch die Treue zu o. g. Hotel erlangt habe. Interessanterweise (trotz ausdrücklichem Wunsch) wurde mir in der gesamten Zeit kein Upgrade auf eine höhere Zimmerkategorie gewährt. Fürwahr, ein Wunsch, der sich bei leerem Executive Floor gar schwerlich erfüllen lässt.
2. Genießen Sie ein Zimmer, das die grauenhaft-möglichste Lage besitzt.
In den nahezu acht Monaten die ich in Ihrem Hause verbracht habe, hat man es mehrfach vollbracht, mich in dem gefühlt schlechtestem Zimmer des gesamten Hauses unterzubringen. Ein paar Erfahrungen in dieser Zeit:
• Die Tröpfeldusche – das Wort beschreibt auch schon die Situation
• Das Niagara-Zimmer – mitten des Nächtens wacht man auf, weil man träumte, der Niagara-Fall verlaufe durch das Hotelzimmer; der Traum trug nur halb, ein Abwasserrohr verursachte tatsächlich eine ähnliche Geräuschkulisse
• Vorläufiger Höhepunkt: Das Baustellenzimmer; in unangenehmer Lage direkt neben einem Maintenance-Raum, bei dem man sich entschloß, um sieben Uhr Morgens den Estrich abzutragen (vom Klang her zu vergleichen mit einer Mischung aus Flughafeneinflugschneise und Zahnarztpraxis)
Nach mehreren Aufenthalten habe ich zusammen mit dem Frontdesk-Personal eine einigermaßen erträgliche Ausschlußliste erarbeitet.
3. Bestellen Sie auf das Zimmer was Sie was Sie wollen – wir liefern Ihnen ein Überraschungspaket!
• Das mag zugegebenermaßen mit der Telefonanlage von anno Dazumal zusammenhängen, dass
o Statt „Drei Spiegeleier mit Pommes Frittes und Salat“ (gesprochen, das möge ich Ihnen versichern, in akzentfreiem Hochdeutsch) ein Omelette erscheint
o Die Aussage „Bitte den Ketchup nicht vergessen!“ führt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zum Gegenteil führt – nämlich kein Ketchup
o Das der in der Karte erwähnte Salat als eigentlich überflüssig betrachtet wird und somit die freundliche Servicekraft ein wenig mehr Bewegung erhält
4. Wir sparen Kosten – und das merken Sie auch!
• Nachhaltiges Wirtschaften ist nicht erst seit Kopenhagen in aller Munde. Allerdings finde ich, dass die Nachhaltigkeit dort endet, wo am Frühstücksbuffet ein halbleeres Butterschächtelchen mit Haaren feilgeboten wird. Vielleicht mache ich mir ein Zukunft ein Scherz daraus, die Hälfte der o. g. Überraschungsspeisen etwas aufgebessert zurückgehen zu lassen. Das sollte ein Heidenspaß am Frühstückstisch werden!
5. Wir brauchen Ihre Kreditkarte nicht – wir berechnen, was wir wollen!
Ein sehr interessanter Service ist, dass, nachdem eine nicht gerechtfertigte Abbuchung stattgefunden hat, im Nachhinein noch einmal eine „Korrekturbuchung“ durchgeführt wird, auf der der schon als Inkorrekt anerkannte Betrag noch einmal belastet wird. Versuchen kann man es ja immer mal! Dieser Fall konnte mit den Hobby-Graphologen vom Frontdesk und dem mehrere Wochen alten Originalbeleg (sicherlich haben Sie andauernd Stammgäste, die Ihrem Haus ein Abendessen veruntreuen möchten, also liegt der Verdacht auch bei mir nahe) geklärt werden.
Im Moment liegen für meine Person Reservierungen bis Ende Juni 2010 vor. Über ein Feedback Ihrerseits, ob Sie die Beschreibung auf der Homepage an die Wirklichkeit anpassen – oder, noch besser, die nicht ausgeräumten Punkte adressieren, würde mich sehr freuen.
Hochachtungsvoll,
Eher Mann
P.S.: Im Jahre 2009 anno Domini keine E-Mail Adresse für den Kundenkontakt zu haben spricht für ein fortschrittliches Unternehmen.
Eher Mann - 17. Dez, 10:14